9. Deutscher Lebertag: Check-Up für die Leber

Priv. Doz. Dr. Heiner Wedemeyer
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg Str. 1
30625 Hannover

Tel.: 0511 / 532 6814
Tel.: 0511 / 532 8662
Email: Wedemeyer.Heiner@mh-hannover.de

 

Schwerpunkte

• Gastroenterologie
Leber und Gallenwege
Hepatitis B, C und D
• Klinische Immunologie
• Infektologie
• Endoskopie

PROTOKOLL

20.11.2008

9. Deutscher Lebertag: Check-Up für die Leber

PD DR. WEDEMEYER: Wir beginnen um 19 Uhr.

Grün : Wie sieht eine leberschonende Ernährung aus?

PD DR. WEDEMEYER: Das ist eine vielgestellte Frage und es gibt eine ganz einfache Antwort, diese heißt: In keine Richtung übertreiben. Auf der einen Seite sollten sicherlich zu fettreiche Nahrung vermieden werden. Auf der anderen Seite sollte man aber auch zu viele "süße" Dinge ebenfalls vermeiden. Es ist viel spekuliert worden, ob einzelne Nahrungsmittel "gut" für die Leber sind: Gut für die Leber ist Kaffee! Und zwar: Viel hilft viel!

Katelahr : Wie sinnvoll ist eine Impfung gegen Hepatitis C?

PD DR. WEDEMEYER: Es gibt leider noch keinen Impfstoff gegen Hepatitis C. Viele Wissenschaftler, auch in Deutschland, arbeiten daran, einen Impfstoff zu entwickeln. Auch wir an der medizinischen Hochschule Hannover haben bereits Studien zu einem therapeutischen Einsatz eines Hepatitis C Impfstoffes durchgeführt. Leider ist aber nicht damit zu rechnen, dass es eine Schutzimpfung gegen Hepatitis C in den nächsten fünf Jahren geben wird.

Harms03 : Habe im Freundeskreis erlebt, dass da keine wirklich nennenswerten Anzeichen waren. Hinterher weiß man mehr, bisschen schlapp usw. Aber als dann die Diagnose stand, war schon alles gelaufen, da war die Krankheit schon chronisch. Das veranlasst mich jetzt zu fragen, ob eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung Sinn macht? Bezahle die auch gern selbst. Wie hoch wäre der Kostenpunkt?

PD DR. WEDEMEYER: Lebererkrankungen verlaufen in vielen Fällen in der Tat ohne akute Symptome. Es kann durchaus sein, dass über viele Jahrzehnte leicht erhöhte Leberwerte vorliegen und ein Patient dies gar nicht bemerkt. Deshalb wäre es in der Tat sehr wünschenswert, wenn man erhöhte Leberwerte (als Zeichen einer möglichen Lebererkrankung) frühzeitig feststellen würde. Daher versuchen wir mit eine Aktion der Deutschen Leberstiftung aktuell zu erreichen, dass die Testung auf erhöhte Leberwerte regelhaft für alle Menschen ab dem 35. Lebensjahr angeboten wird. Wenn Ihr Hausarzt allerdings einen Verdacht auf eine Lebererkrankung stellt, kann er ohne Probleme die Testung auf erhöhte Leberwerte anordnen und diese ist auch mit wenigen Euro Kosten relativ günstig.

Klara : Bei einer Blinddarmoperation wurde festgestellt, dass meine damals 17jährige Tochter kleine Zysten auf der Leber hatte. Der Chirurg sagte, dass das kein Problem sei. Aber es geht mir nicht aus dem Kopf. Muss das überwacht werden, oder kann man diese Zysten sich selbst überlassen?

PD DR. WEDEMEYER: Leberzysten sind gar nicht selten. In den meisten Fällen sind sie vollkommen harmlos und haben keine weitere Bedeutung. Allerdings würde ich schon empfehlen, nach einer ersten Diagnose mit einer einfachen Ultraschalluntersuchung im Verlauf zu überprüfen, ob sich die Größe der Zyste ändert. Diese Verlaufsuntersuchung kann nach sechs bis zwölf Monaten durchgeführt werden.

Kalle : Wie kann man messen wie stark der Bindegewebeteil der Leber bereits fortgeschritten ist? Wie sicher ist die Meßmethode?

PD DR. WEDEMEYER: Das ist eine spannende Frage, mit der aktuell ganze medizinische Kongresse gefüllt werden. Auf der einen Seite ist unser so genannter "Goldstandard" der direkte Nachweis von Bindegewebe in der Leber mit Hilfe einer Lebergewebeprobe (Leberbiopsie). Allerdings ist eine Leberbiopsie auch in seltenen Fällen mit Risiken verbunden und außerdem kann eine Variabilität zwischen verschiedenen Biopsien auftreten. Daher suchen wir aktuell nach alternativen Möglichkeiten. Zum einen werden verschiedene Blutwerte analysiert, die die Menge von Leberfibrose widerspiegeln können. Hier gibt es zahlreiche Studien, insbesondere aus Frankreich. Die meisten dieser Serumwerte haben sich in Deutschland aber noch nicht durchgesetzt. Wir bevorzugen derzeit die Messung der "Leberelastizität". Mit einem speziellen Gerät, dem so genannten Fibroscan, kann man die Leberelastizität bestimmen, die sehr gut mit dem Leberbindegewebeanteil korreliert. Dieses Gerät wird an den meisten Universitätskliniken und auch schon von vielen niedergelassenen Gastroentereologen eingesetzt. Mit einer Kombination aus Blutwerten und dem Fibroscan können wir mittlerweile fast die Hälfte aller Leberbiopsien bei Patienten mit Leberentzündungen einsparen.

anonym : Wie überträgt sich Hepatitis. Durch Essen oder Wasser/Tröpfchen/Husten?

PD DR. WEDEMEYER: Ich kann Sie beruhigen. Hepatitis C wird weder durch Essen, noch durch Wasser, noch durch Husten übertragen. Das Hepatitis-C-Virus wird praktisch ausschließlich über direkten Blutkontakt übertragen. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass man in Deutschland sich nicht mehr durch Bluttransfusionen infizieren kann. JEDES BLUTPRODUKT WIRD IN DEUTSCHLAND DIREKT AUF DAS HEPATITIS-C-VIRUS UNTERSUCHT!! Im Alltag sollten Familienangehörige darauf achten, dass man z. B. vermeidet, gemeinsam eine Zahnbürste zu benutzen, oder Rasierutensilien zu teilen. Zur Frage Geschlechtsverkehr ist zu sagen, dass eine Übertragung über Geschlechtsverkehr extrem selten ist. Ich selbst kenne mindestens 1.000 Paare, bei denen sich ein Partner wahrscheinlich vor mehr als 20 Jahren infiziert hat und die Diagnose erst nach vielen Jahren gestellt wurde. Keiner der Partner hat sich infiziert, obwohl keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen, wie Kondome, benutzt wurden. Dennoch sollten natürlich Kondome benutzt werden bei häufiger wechselnden Geschlechtspartnern.

Marte : Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, was eine Spontanheilung auslosen kann?

PD DR. WEDEMEYER: Ich nehme an, dass sich die Frage auf eine Spontanheilung von einer Infektion mit einem Hepatitis-Virus bezieht. Das ist eine spannende Frage. Und auch hier führen wir - gerade in Deutschland - zahlreiche wissenschaftliche Studien durch. Es hat sich gezeigt, dass bestimmte Immunantworten gegen die Hepatitis-Viren bei Patienten, die eine Infektion ausheilen, besonders stark sind. Wir untersuchen aktuell diese besonderen Immunantworten im Detail, um sie in Zukunft eventuell therapeutisch für diejenigen Patienten nutzen zu können, die die Viren leider nicht ausheilen.

P_Oldendorf : Wie gut ist die alpha 2a-Spritze?

PD DR. WEDEMEYER: Es gibt mehrere "alpha 2a-Spritzen". Für die User, die jetzt gar nicht wissen, was gemeint ist: Es wird gefragt nach so genannten Interferonen. Interferon Alpha ist ein Gewebshormon, das zum einen Immunantworten simuliert, zum anderen direkt die Vermehrung von Heptatitis-Viren in Leberzellen hemmt. Interferon Alpha wird seit mittlerweile mehr als zwanzig Jahren gegen Hepatitis-Viren therapeutisch eingesetzt. Wenn man es bei den richtigen Patienten benutzt, dann kann man in vielen Fällen sogar eine Ausheilung einer Hepatitis-C-Infektion erreichen. Allerdings ist eine Therapie häufig mit Nebenwirkungen verbunden, so dass nicht alle Patienten behandelt werden können. Hier muss Ihr Arzt entscheiden, ob Sie ein Kandidat für eine Therapie sind oder ob die Behandlung zu gefährlich wäre.

Marilla : Wie ist das eigentlich bei Impfungen, schützen die dann wirklich alle, oder kann es dann doch passieren, dass der eine oder andere nicht darauf anspringt.? Kann man nach der Impfung testen, ob Impfschutz besteht?

PD DR. WEDEMEYER: Das ist ebenfalls eine wichtige Frage. Auch hiermit beschäftigen sich ganze Leberkongresse. Wir müssen zunächst zwischen den Hepatitis-Viren unterscheiden, für die eine Impfung zur Verfügung steht. Wahrscheinlich besteht nach einer Hepatitis-A-Impfung ein lebenslanger Schutz. Die Impfung ist seit gut 15 Jahren zugelassen und mir sind keine Infektionen trotz erfolgreicher Impfung bekannt. Das ist leider nicht im gleichen Maße der Fall für die Impfung gegen Hepatitis-B. Hier gibt es leider in 5 bis 10 % so genannte "Impfversager". Diese Rate kann sogar noch höher sein bei älteren Personen oder Personen, die ein eingeschränktes Immunsystem haben. Weiterhin sollten Personen, die ein erhöhtes Risiko für eine Infektion haben (z. B. Personen in medizinischen Berufen, Angehörige von Hepatitis-B-Patienten, Drogenabhängige), ihren anti-HBs-Titer kontrollieren lassen. Wenn das anti-HBs auf < 10 U/l abgefallen ist, kann trotz Impfung das Risiko für eine Infektion vorhanden sein.

Schoner : Wenn die Leber entzündet ist, worauf hat das dann noch im Körper Einfluss. Auf andere Organe? Oder Blut, Knochen???

PD DR. WEDEMEYER: In der Tat können Leberpatienten auch Symptome an anderen Organen haben. So findet man z. B. bei Patienten mit chronischen Leberentzündungen gelegentlich eine verminderte Knochendichte. Weiterhin können so genannte "Autoimmun-Phänomene" an anderen Organen, wie der Schilddrüse, der Nebennierenrinde oder der Haut, sich entwickeln. Schließlich haben Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung häufig Blutbildveränderungen, wie z. B. zu wenig Blutplättchen oder auch eine zu geringe Zahl von roten Blutkörperchen.

Heidorn : Also eine Leberentzündung ist ja nun was ganz heftiges und ich bin erstaunt, wie locker die Leute damit umgehen hier. Ich bin gerade zu Besuch in Deutschland, checke meine mails und komme zufällig in diese Sprechstunde rein. Warum besteht dafür so wenig Sensibilität in der Bevölkerung in Europa? Ich lebe seit 30 Jahren in Asien (Hongkong, Thailand, Indonesien) Da wissen die Leute ab einer bestimmten Bildungsstufe viel mehr darüber. Diese Bildungsstufe ist in Deutschland viel breiter, aber sie scheinen mir hier alle ziemlich unwissend was HCV anbelangt. Warum gibt es nicht mehr Aufklärung?

PD DR. WEDEMEYER: Genau daran arbeiten wir aktuell ganz aktiv in der Deutschen Leberstiftung und in anderen Patientenselbsthilfegruppen und dem Kompetenznetz Hepatitis. Es ist in der Tat erschreckend, wie gering das Wissen über die Leber in Deutschland ist. Ich selbst habe mit einer Doktorandin vor zwei Jahren eine Umfrage bei über 1.000 Schülern im Alter von 13 bis 16 Jahren zum Thema Hepatitis und Leber durchgeführt. Das Erschreckende war, dass ein Drittel der deutschen Gymnasiasten in diesem Alter das Organ Leber nicht einmal kannte. Sie können sich außerdem vorstellen, dass weniger als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler angab, dass man sich gegen Hepatitis-Virus-Infektionen schützen kann, wenn man Kondome beim Geschlechtsverkehr benutzt. Das Alles zeigt, dass wir hier noch viel Arbeit leisten müssen. Die Situation in Asien ist allerdings eine andere, da dort bis zu 10 % der Bevölkerung mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind. Leberkrebs ist dort eine der häufigsten Todesursachen beim Mann. Aber auch in Deutschland wird das Problem chronische Lebererkrankungen und Leberkrebs immer größer. Eine Studie aus Mecklenburg-Vorpommern hat kürzlich gezeigt, dass 25 % der erwachsenen Bevölkerung erhöhte Leberwerte habe. Die Personen dieser Studie wurden zufällig aus dem Melderegister ausgewählt und die meisten hatten vorher keine Kenntnis darüber, dass die eigenen Leberwerte erhöht sind. Dabe isit aber gerade ein frühzeitiges Erkennen von erhöhten Leberwerten extrem wichtig, um Spätkomplikationen, wie Leberzirrhose oder Leberzellkrebs zu vermeiden.

Figueroa : Was ist Interferon? Warum wirkt es gegen Leberentzündung?

PD DR. WEDEMEYER: Interferone sind Gewebshormone, die jeder von uns produziert, wenn wir eine akute Infektion mit Viren erleiden. Wenn Sie z. B. eine Grippe haben, dann produzieren Sie Interferon. Dieses Interferon ist auch verantwortlich für die Symptome einer Grippe: Wir haben Fieber, wir haben Gelenkschmerzen und vielleicht auch Stimmungsschwankungen. Kurzum "Sie sind nicht so gut drauf". Interferone wirken über verschiedene Mechanismen gegen Viren. Zum einen haben sie Einfluss direkt auf die infizierte Zelle und hemmen in dieser Zelle die Vermehrung von Viren. Auf der anderen Seite führen Interferone zu einer Steigerung von bestimmten Immunantworten, die wiederum zu einer verbesserten Bekämpfung von infizierten Zellen führen.

silbmann stuttgart : Ich habe mal eine ganz unbedarfte Frage: Wo sitzt die Leber genau und wie groß ist dieses Organ? Ich habe mal gehört, dass es eines der größten Organe des menschlichen Körpers ist, wenn die Leber gesund ist.

PD DR. WEDEMEYER: Die Leber sitzt im rechten Oberbauch und was viele Leute gar nicht wissen, sie sitzt zum größten Teil unter dem Rippenbogen. Deshalb führt man z. B. eine Leberpunktion durch, indem man die Nadel zwischen zwei Rippen durchführt, direkt in die Leber. In der Tat ist die Leber eines der größten Organe im Körper mit einem Längstdurchmesser von etwa 10 bis 15 cm und einem Querdurchmesser von bis zu 20 cm. Die Leber teilt sich auf in verschiedene Leberlappen und -segmente. Der rechte Leberlappen ist größer als der linke. Direkt an der Leber anliegend befindet sich auch die Gallenblase, in der der Gallesaft, der von der Leber produziert wird, gesammelt wird und nach Nahrungsaufnahme in den Darm zur Verdauung abgegeben wird.

Czech : Wie schmerzhaft ist eine Leberpunktion? Krankenhaus oder ambulant?

PD DR. WEDEMEYER: Auch das ist eine Frage, über die sich Experten ganz ausgiebig streiten können. In geübten Händen ist eine Leberpunktion meist nur sehr wenig schmerzhaft. Allerdings kann man nie 100 %ig voraussagen, dass nicht doch leichte Schmerzen auftreten können. Diese Schmerzen finden sich entweder direkt an der Einstichstelle oder aber reflektorisch in der rechten Schulter, d. h. manche Patienten werden in die Leber gestochen und haben dann für zwei bis vier Stunden Schmerzen im Bereich der rechten Schulter. In vielen Fällen kann eine Punktion gefahrlos ambulant durchgeführt werden. Allerdings würde ich in bestimmten Risikokonstellationen eine 24-stündige Überwachung in einem Krankenhaus empfehlen. Hier können Blutungen, die in seltenen Fällen auch verzögert auftreten, rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

CMeryersC : Was passiert, wenn man Peginterferon mit Ribaverin kombiniert? Ist das so ein Hammer, dass dadurch evtl. sogar Heilung erreicht werden kann?

PD DR. WEDEMEYER: Mit einer Kombination aus Peginterferon und Ribavirin kann man bei etwa der Hälfte aller Patienten mit chronischer Hepatitis C eine dauerhafte Ausheilung der Infektion erreichen. Das ist in der Medizin fast einmalig: Eine wirkliche Ausheilung einer chronischen Virusinfektion. In den meisten anderen Fällen lassen sich durch so genannte antivirale Therapien nur Unterdrückungen der Virusvermehrung erreichen, nicht aber eine Ausheilung. Dies gilt z. B. für die HIV-Infektion. Wir wissen aber für die Hepatitis C, dass das Hepatitis-C-Virus im Falle einer erfolgreichen Therapie in mehr als 98 % aller Fälle dauerhaft eliminiert ist. D. h., das Virus "kommt nicht wieder", wenn man später einmal aus anderen Gründen ein eingeschränktes Immunsystem haben sollte.

Tenesmart, Julius : Ich habe schon oft das Wort Leberzirrhose gehört und selbst benutzt, aber ich weiss eigentlich gar nicht, was das ist. Was passiert da in der Leber?

PD DR. WEDEMEYER: Leberzirrhose bedeutet, dass das Organ Leber komplett vernarbt ist. Wenn Sie eine chronische Entzündung der Haut haben und sich ständig über viele Wochen und Monate kratzen, bleiben dauerhafte Narben auf der Haut zurück. Genauso muss man sich den Prozess der Entstehung einer Leberzirrhose vorstellen. Über viele Monate oder Jahre ist die Leber entzündet und dann wird eine Narbenbildung induziert, d. h. Fasergewebe in der Leber wird immer mehr. Bis zu einem gewissen Grad kann dieses Fasergewebe aber wieder abgebaut werden, wenn man die chronische Entzündung erfolgreich behandelt. Deshalb ist es so wichtig, Lebererkrankungen rechtzeitig zu behandeln. Denn wenn ein gewisser Punkt überschritten ist und die Leber schon stärker geschädigt ist, ist eine Leberzirrhose nicht mehr rückbildungsfähig, dann ist das Organ dauerhaft geschädigt, die Funktion der Leber ist eingeschränkt, es bildet sich Bauchwasser, Krampfadern können in der Speiseröhre entstehen, die Patienten können eine Gelbfärbung von Haut und Augen entwickeln und schließlich ist das Risiko für die Entstehung eines Leberkrebses deutlich erhöht. In diesen Fällen hilft nur noch eine Lebertransplantation, um das Leben des Patienten zu retten.

Akkaya : Gibt es eine Diagnostik die unterscheidet, ob die Schrumpfung durch Alkohol oder Hepatitis entstanden ist?

PD DR. WEDEMEYER: Patienten mit Leberzirrhose haben häufig mehrere Gründe, warum die Leberzirrhose sich entwickelt hat. So haben wir Patienten mit Hepatitis C, die auch viel Alkohol getrunken haben. Oder aber es gibt Patienten, die haben eine Fettleberentzündung, weil sie zuckerkrank sind und zusätzlich sind sie mit einem Hepatitis-Virus infiziert. Welcher dieser verschiedenen Gründe am Ende "ausschlaggebend" war, lässt sich meist nicht mehr bestimmen. Entscheidend ist in jedem Fall, möglichst alle leberschädigenden Mechanismen zu vermeiden oder zu therapieren.

meller : Wie zeigt sich oder wie bemerke ich das ich eine Hepatitis habe?

PD DR. WEDEMEYER: Leider gibt es keine spezifischen Symptome, die eindeutig eine Leberentzündung anzeigen. Viele Patienten mit einer chronischen Hepatitis fühlen sich einfach nur dauerhaft matt und abgeschlagen, sind vielleicht vermehrt müde. Einige Patienten berichten auch über einen dumpfen Druckschmerz im rechten Oberbauch. Andere Patienten leiden einfach unter Gelenkschmerzen. Nur im Falle einer starken akuten Hepatitis oder im fortgeschrittenen Stadium einer Leberzirrhose stellt sich eine so genannte "Gelbsucht" ein. Das bedeutet, dass sich die Augen und die Haut gelb färben. Außerdem haben diese Patienten meist einen entfärbten (weißen) Stuhl. Das liegt daran, dass der gelbe Blutfarbstoff nicht ausreichend ausgeschieden wird und sich der Stuhl entfärbt. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn die Gallenwege, z. B. durch Gallensteine, verstopft sind.

MODERATOR: Der Experte macht eine kurze Pause. Wir setzen die Beantwortung Ihrer Fragen in wenigen Minuten fort.

Nikiel : Könnte der Experte mir sagen, wo ich zwischen Göttingen und Kiel eine Diagnostik der Leber ohne Punktion bekommen kann? (mit Gewebe-Scanner o.ä.)

PD DR. WEDEMEYER: Da ich aus Hannover bin, muss ich auf diese Frage natürlich mit Medizinische Hochschule Hannover antworten :-). Ich weiß allerdings nicht genau, ob ein Fibroscan-Gerät z. B. an der Universität Göttingen auch verfügbar ist.

Sibi : Sehr geehrter Herr Dr. Wedemeyer, ich habe erhöhte Leberwerte, schon seit Jahren, aber als ich mal nachgefragt habe meinte mein Hausarzt, das wäre nicht so shclimm. Sie sind auch nicht sehr hoch, nur knapp über normal. Sollte ich trotzdem weiterforschen? Welche Tests wären denn sinnvoll?

PD DR. WEDEMEYER: In vielen Fällen sind leichte erhöhte Leberwerte in der Tat nicht weiter schlimm. Allerdings würden wir empfehlen, dass alle Patienten mit mehrfach erhöhten Leberwerten auf Hepatitis-Viren, auf das Vorliegen einer Eisenspeicherkrankheit und bei entsprechendem Risikoprofil vielleicht auch auf speziellere Lebererkrankungen untersucht werden. Man sollte allerdings vorher genau nachsehen, was mit "erhöhten Leberwerten" genau gemeint ist. Ist nämlich nur die so genannte Gamma-GT erhöht, so hat dies praktisch keine Relevanz. Spezfifischer für einen wirklichen Leberschaden ist die GPT oder auch ALT. Eine über Jahre erhöhte GPT kann langfristig zur Entstehung einer Leberzirrhose führen.

Karati : Wenn die Leberwerte nicht in Ordnung sind, was sollte man da tun? Was könnte dahinter stecken? Ich trinke nicht viel, nur mal am Wochenende.

PD DR. WEDEMEYER: Die Ursachen für erhöhte Leberwerte sind vielfältig: Der häufigste Grund in Deutschland ist Übergewicht. "Dicke" Menschen haben leider auch häufig eine Fettleber und in einer Fettleber kann eine chronische Leberentzündung entstehen. Gleich danach kommt als Ursache aber natürlich Alkoholkonsum. Welcher Mensch wie viel Alkohol sich für die Leber leisten kann, wird - wie viele Dinge in der Medizin - kontrovers diskutiert. Als Faustregel kann man sagen, dass Frauen in keinem Fall mehr als 15 bis 20 g Alkohol pro Tag und Männer nicht mehr als ca. 30 g Alkohol pro Tag trinken sollten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche seltenere Gründe für Lebererkrankungen. Diese beinhalten Infektionen mit Hepatitisviren (ca. 500.000 Hepatitis-C-Infizierte und 500.000 Hepatitis-B-Infizierte in Deutschland), genetische Erkrankungen, wie die Eisenspeicherkrankheit oder die Kupferspeicherkrankheit, autoimmune Lebererkrankungen oder andere Infektionen oder toxische Belastungen der Leber (Medikamente, Gifte über berufliche Expositionen).

Psychiater : Ich nehme täglich zur Rückfallprophylaxe ein Antidepressivum ein, da ich eine Angststörung habe. Mein Arzt sagt, da mehrere Absetzversuche mit Angstrückfällen gescheitert sind, dass ich dieses Medikament (früher SSRI, heute SNRI namens Trevilor, Wirkstoff Venlafaxin) längerfristig oder sogar langfristig einnehmen muss. Dieser Wirkstoff ist wohl einer der am häufigsten Antidepressiva bei Angstpatienten. Ich liege bei einer durchschnittlichen, sogar als niedrig zu bezeichnenden Tagesdosis. Das Medikament hilft mir sehr und ich möchte nicht darauf verzichten, aber ich könnte es notfalls, wenn es schädlich für meine Leber ist. Zwei Bluttests haben gezeigt, dass alle Werte in Ordnung sind. Wie sehen Sie das? Ist das langfristig trotzdem schädlich? Schädlicher als eine Angsterkrankung/Depression?

PD DR. WEDEMEYER: Aus meiner Sicht können Sie das Medikament ohne Bedenken weiternehmen. Wenn Ihre Leberwerte normal sind, haben Sie auf der einen Seite eine komplett normale Leberleistung und auf der anderen Seite keine Hinweise für einen Leberschaden durch die Medikamente. Ihre Leber wird in der Lage sein, dieses und andere Medikamente regelrecht abzubauen. Damit würde ich Ihnen in jedem Fall empfehlen, das Medikament - wie von Ihrem Arzt empfohlen - weiter zu nehmen.

Bese : Unter welchen Voraussetzungen ist die Heilung einer HepatitisC möglich?

PD DR. WEDEMEYER: Wenn die Hepatitis-C-Virusinfektion ganz früh im akuten Stadium entdeckt wird, dann kann man mit Interferonen in fast allen Fällen eine Heilung erreichen. Wir haben hier gemeinsam im Kompetenznetz Hepatitis mit Studien zur Therapie der akuten Hepatitis C den weltweiten Standard der Behandlung etabliert. Leider wird die Infektion jedoch in den meisten Fällen erst später, zum Teil nach vielen Jahren oder Jahrzehnten entdeckt. In diesem Falle führt eine Kombinationstherapie mit pegyliertem Interferon + Ribavirin in 40 bis 90 % der Fälle zu einer dauerhaften Ausheilung. Die unterschiedlichen Ansprechraten werden vom Hepatitis-C-Genotyp bestimmt. Während die Geno-Typen 2 und 3 sehr gut behandelbar sind, spricht der in Deutschland häufigste Genotyp 1 leider deutlich schlechter auf die antivirale Therapie an und muss auch länger behandelt werden (in den meisten Fällen mindestens ein Jahr). Leider können jedoch aufgrund der schon angesprochenen Nebenwirkungen von Interferon und Ribavirin bei weitem nicht alle Patienten behandelt werden. Für diese Patienten entwickeln wir zur Zeit in zahlreichen Studien neue Therapien, die direkt die Virusvermehrung hemmen. Wir rechnen mit der Zulassung von diesen so genannten Proteasehemmern und Polymerasehemmern zwischen 2011 und 2014.

Merkel__ : Als Blutspender bin ich wegen meines niedrigen Eisenwertes mehrfach abgelehnt worden. Aber jetzt scheint das was Gutes zu sein, denn mein behandelnder Arzt sagte mir, dass sich dadurch die Viren weniger schnell vermehren. Das klingt gut aber es beruhigt mich natürlich nicht. Bisher nehme ich Rathipharm 50 MG um auf einen vernünftigen Stand zu kommen. Jetzt soll ich die erst mal weglassen und bekomme Pegasus-Spritzen. Ist das ein guter Weg?

PD DR. WEDEMEYER: Ich nehme an, dass Sie mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert sind. Glücklicherweise scheinen Sie früher als Blutspender abgelehnt worden zu sein, sonst hätten Sie vermutlich andere Patienten angesteckt. In der Tat haben Patienten mit Hepatitis C einen besseren Verlauf, wenn sich in der Leber keine größeren Mengen Eisen abgelagert haben. Sie scheinen aktuell mit Interferon behandelt zu werden. Hier ist darauf zu achten, dass auf der einen Seite eine möglichst hohe Dosis von Interferon und Ribavirin verabreicht wird, auf der anderen Seite eine eventuelle Blutarmut aber nicht zu stark ist. Wenn vertretbar, sollte keine Eisensubstition erfolgen.

Harbeck : Wie wirkt Peginterferon in Zusammenhang mit Hepatitis? Tötet es die Viren oder reduziert es die Vermehrung?

PD DR. WEDEMEYER: Wie vorhin schon ausgeführt, hemmt Interferon die Virusvermehrung in den infizierten Zellen und stimuliert außerdem das Immunsystem, wodurch infizierte Zellen abgetötet werden. Damit stimmt beides: Die Vermehrung wird gehemmt und infizierte Zellen sterben.

Jayne : Kann man mit Ultraschal eine beschädigte Leber erkennen?

PD DR. WEDEMEYER: Ein Ultraschall des Bauches ist eine ganz wichtige Untersuchung für Patienten mit erhöhten Leberwerten. Zum einen kann man fortgeschrittene Leberschädigungen bereits direkt im Ultraschall erkennen, zum anderen ist es eine wichtige Vorsorgemaßnahme zur frühzeitigen Entdeckung von Leberzellkrebs. Außerdem erlauben moderne Geräte auch den Blutfluss durch die Leber zu bestimmen, was ebenfalls gute Hinweise auf das Ausmaß eines Leberschadens nehmen kann. Schließlich kann man im Ultraschall Komplikationen der Leberzirrhose gut erkennen: Es lässt sich Bauchwasser bestimmen, eine so genannte "portale Hypertension" kann durch veränderte Blutflüsse bestimmt werden, eine vergrößerte Milz ist erkennbar und schließlich können auch besondere Phänomene, wie z. B. eine wiedereröffnete Nabelvene, sichtbar werden.

DKG : Warum sind die Perspektiven bei einer Krebserkrankung der Leber so besonders schlecht im Vergleich zu anderen Organkrebsen?

PD DR. WEDEMEYER: Die Behandlung von Leberkrebs ist nicht notwendigerweise so schlecht wie vielfach angenommen wird. Denn Leberkrebs lässt sich sogar heilen, wenn er rechtzeitig im frühen Stadium erkannt wird. Die meisten Daten zur Therapie von Leberkrebs sind allerdings in der Tat sehr schlecht, weil der Krebs in der Regel erst im weit fortgeschrittenen Stadium entdeckt wurde. Der andere Grund für die schlechten Perspektiven liegt darin, dass die Patienten den Leberkrebs entwickelt haben auf dem Boden einer fortgeschrittenen Lebererkrankung. D. h. wenn ein Patient eine Leberzirrhose hat und in der Zirrhose einen Leberkrebs entwickelt, dann kann ich nur wenige Therapien geben aufgrund der bereits eingeschränkten Leberleistung. Im Jahre 2007 ist allerdings erfreulicherweise die erste erfolgreiche "Chemotherapie" auch für Leberzellkrebs mit dem Medikament Sorafenib zugelassen worden.

r.stirrler@gmx.de : Was ist am schädlichsten für die Leber? Alkohol, Medikamente, illegale Drogen oder ungesunde fettreiche Ernährung?

PD DR. WEDEMEYER: Natürlich ist alles schlecht für die Leber. Alkohol ist in größeren Mengen auf jeden Fall schädlich (nach einer kürzlich publizierten Studie in ganz geringen Mengen aber vielleicht sogar nützlich :-) ). Medikamente sind nicht notwendigerweise schädlich für die Leber, hier gilt es, gut zu unterscheiden. Für fast jedes Medikament steht im Beipackzettel, dass die Leber geschädigt werden kann. Allerdings ist dies in den meisten Fällen extrem selten und der Nutzen durch das Medikament überwiegt das geringe Risiko, einen Leberschaden zu erleiden. Ungesunde Ernährung ist nicht nur schlecht für die Leber, sondern natürlich auch für das Herz und die Gefäße. Wobei ich hier noch einmal darauf hinweisen möchte, dass ein fettiges Schnitzel nicht notwendigerweise zu einer Leberzirrhose führt. Eine ausgewogene Ernährung, die in keiner Richtung übertreibt, ist für die Leber am besten. Und wenn Sie dann noch täglich zwei bis drei Tassen Kaffee oder schwarzen Tee trinken, machen Sie alles richtig.

meller : Es heißt das in den Praxen nicht unbedingt Hepatitis entdeckt wird - kann ich verlangen dass der Arzt hier mich daraufhin checkt?

PD DR. WEDEMEYER: Wir arbeiten aktuell in der Leberstiftung an Programmen, in denen wir Hausärzte und Internisten über die Gefahren von Lebererkrankungen im Allgemeinen und Hepatitis-Virus-Infektionen im Speziellen aufklären. Liegen dauerhaft erhöhte Leberwerte vor, so würden wir eine Testung auf Hepatitis-Viren empfehlen. Ich denke, dass jeder Hausarzt dies auch durchführen wird, wenn die Leberwerte mehrfach erhöht sind. Umgekehrt sollten wir in unserem Gesundheitswesen natürlich auch unnötige Kosten vermeiden, damit wir die begrenzten Mittel auch wirklich für die Patienten einsetzen, die eine Diagnose oder Therapie brauchen.

Köhler : Bisher spritze ich drei Mal die Woche Ribaverin. Das geht eigentlich ganz gut, aber die Werte sind dennoch schwankend. Für wen ist diese Wochenspritze geeignet? Wäre ja doch schon eine Erleichterung.

PD DR. WEDEMEYER: Ich hoffe, dass Sie Interferon spritzen und Ribavirin als Kapseln nehmen (und nicht umgekehrt). In zahlreichen Studien ist vor einigen Jahren untersucht worden, ob man konventionelles Interferon dreimal pro Woche oder pegyliertes Interferon einmal pro Woche einsetzen sollte. In Kombination mit Ribavirin waren die Unterschiede nicht sehr groß, für einige Genotypen haben sich ähnliche Ergebnisse gezeigt, für andere Genotypen war das pegylierte Interferon einmal pro Woche überlegen. Sie sollten hier bei Ihrem Arzt nachfragen, welcher Genotyp bei Ihnen vorliegt. Ggf. könnte man einfach die Therapie auf die Wochenspritze umstellen. Viele Patienten empfinden dies in der Tat als erleichternd.

Putzirer : Wie sinnvoll ist eine Leberpunktion? Wenn man den weniger entzündlichen Teil trifft gibt das ein schiefes Bild, oder ist die Leber ganz gleichmäßig entzündet?

PD DR. WEDEMEYER: In frühen Stadien einer chronischen Leberentzündung ist die Leber relativ gleichmäßig betroffen, so dass das Risiko einer Unterschätzung oder Überschätzung des Leberschadens bei der Untersuchung einer Leberbiopsie relativ gering ist. Aber Sie sprechen ein wichtiges Problem an. In bis zu 30 % aller Fälle kann dies in der Tat vorkommen. Dennoch halten wir eine Leberpunktion für eine sehr sinnvolle Untersuchung, da man nicht nur das Ausmaß einer Leberschädigung bestimmen kann, sondern auch Hinweise auf die genaue Ursache und möglicherweise zusätzlich bestehende Risikofaktoren entdeckt. So können z. B. Patienten mit einer Hepatitis C vielleicht noch eine genetische Lebererkrankung haben oder eine starke Fettleber, was wichtige Konsequenzen für die weitere Behandlung hat. Bei anderen Erkrankungen wie der autoimmunen Hepatitis gehört eine Leberpunktion sogar unbedingt dazu, um die Diagnose zu sichern.

Ellerau : Mein Hausarzt hat vorgeschlagen abends zu spritzen und dadurch die Nebenwirkungen weniger fühlbar zu machen bei der Umstellung auf PEG. Macht das Sinn, oder liege ich dann nachts wach? Ich habe schon eine ganze Menge gefehlt im Betrieb und kann mir keine weiteren Fehlstunden leisten.

PD DR. WEDEMEYER: Eine ganz wichtige Frage. Wir empfehlen unseren Patienten auch, dass sie in den frühen Abendstunden das Interferon spritzen sollten. Es kann sein, dass nach dem ersten Spritzen in der Tat Schlafstörungen auftreten. Vielfach bessert sich dies aber deutlich im weiteren Verlauf. Außerdem sollten Sie versuchen, wenn möglich, die Injektionen auf z. B. das Wochenende zu legen. Sollten die Schlafstörungen oder andere psychische Nebenwirkungen wirklich dazu führen, dass Sie nicht mehr zur Arbeit gehen können, kann man auch zusätzliche Medikationen verabreichen. Antidepressiva werden mittlerweile standardmäßig bei Patienten mit psychiatrischen Nebenwirkungen unter einer Interferon-Therapie eingesetzt. Wir würden hierzu auch raten, da unbedingt alle Maßnahmen durchgeführt werden sollten, die es ermöglichen, die Therapie mit Interferonen und Ribavirin komplett durchzuziehen. Denn eine Heilung ist direkt von der Gesamtmenge des verabreichten Interferons abhängig. Kurz gesagt, viel hilft viel.

PD DR. WEDEMEYER: Ich bedanke mich bei allen Usern für die spannenden Fragen. Wir haben Themen angesprochen, die auch wir in der täglichen Praxis immer wieder hören. Was wir auch angesprochen haben, ist, wie wenig die Leber "im öffentlichen Bewusstsein ist" und leberkranke Patienten sind eben nicht nur Alkoholiker und Drogenabhängige. Sie können uns unterstützen, indem Sie auf Vorsorgeuntersuchungen hinweisen. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Internetseite der Deutsche Leberstiftung unter www.deutsche-leberstiftung.de

Klara : Ein ganz wichtiger Hinweis für uns!! Danke für diese interessante Sprechstunde

Czech : Vielen Dank, dass meine Frage dem Expereten vorgelegt wurde und besonderen Dank für die Antwort.

Merkel__ : Das ist hier so interessant, dass ich dafür die Tagesschau habe sausen lassen und es hat sich gelohnt. Gerade hat Dr. Wedemeyer meine Frage beantwortet. Ganz vielen Dank dafür.



Ende der Sprechstunde.